Vergangenen Monat haben wir bei huget & dirks als gesamtes Team an einem Workshop zum Thema sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz teilgenommen. Es war ein intensiver, aufrüttelnder Tag, der uns allen gezeigt hat: Dieses Thema betrifft mehr Menschen, als man denkt. Neben sexualisierter Gewalt wurden auch Mobbing und Rassismus thematisiert. Die wohl erschütterndste Erkenntnis? Wie viele von uns selbst betroffen sind oder Situationen miterlebt haben, in denen Grenzen überschritten wurden.
Warum wir über diese Themen sprechen müssen
Sexualisierte Gewalt, Mobbing und Rassismus sind oft Tabuthemen am Arbeitsplatz. Sie sind unangenehm, machen betroffen und lösen Unsicherheiten aus. Doch genau das ist der Grund, warum wir sie nicht unter den Teppich kehren dürfen. Nur wenn wir über diese Themen sprechen, können wir Veränderungen bewirken.
Was zählt als sexuelle Belästigung?
Sexuelle Belästigung beginnt dort, wo signalisierte Grenzen überschritten werden – bewusst oder unbewusst. Es geht nicht darum, wie etwas gemeint ist, sondern wie es beim Gegenüber ankommt. Die Formen sexueller Belästigung sind vielfältig:
- Verbal: Anspielungen, sexistische Kommentare, „Witze“ über das Aussehen oder Privatleben.
- Nonverbal: Anstarren, anstößige Gesten, das Zeigen unangemessener Bilder oder Videos.
- Physisch: Unerwünschte Berührungen, Umarmungen, Nötigung.
Doch Grenzüberschreitungen sind nicht immer offensichtlich. Viele von uns haben im Workshop gemerkt, dass auch gut gemeinte Aussagen Grenzen überschreiten können und man sich so unbewusst in die Täter*innenrolle begibt.
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht
Es sind oft die kleinen Dinge, die für Irritation sorgen können:
- „Geht es dir nicht gut? Du siehst so blass aus.“ – Vielleicht fürsorglich gemeint, kann es für die betroffene Person als übergriffig empfunden werden.
- „Das war doch nur ein Scherz!“ – Wenn der „Scherz“ auf Kosten anderer geht, ist es kein harmloser Spaß mehr.
- „Stell dich nicht so an.“ – Ein Satz, der Betroffene mundtot macht und Probleme verharmlost.
Unsere wichtigste Erkenntnis: Grenzen erkennen und respektieren
Es geht nicht darum, die eigene Intention zu rechtfertigen, sondern Empathie zu zeigen und die Perspektive des Gegenübers zu verstehen. Wenn jemand fühlt oder gar sagt, dass eine Grenze überschritten wurde, dann wurde sie überschritten. Punkt.
Was wir bei huget & dirks tun
Wir haben erkannt, dass eine offene Unternehmenskultur der Schlüssel ist, um sexualisierte Gewalt, Mobbing und Rassismus entgegenzuwirken. Deshalb setzen wir auf:
- Klare Haltungen: Bei huget & dirks dulden wir keine Form von Übergriffigkeit oder Diskriminierung.
- Offene Gespräche: Wir schaffen Raum, um über schwierige Themen zu sprechen.
- Schulungen und Workshops: Wir sensibilisieren unser Team.
- Ansprechstellen für Betroffene: Niemand bleibt mit seinen Erlebnissen allein.
Fazit: Es ist nicht alles eitel Sonnenschein– und das ist okay.
Es ist an der Zeit, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Sexualisierte Gewalt, Mobbing und Rassismus sind Realität in vielen Unternehmen. Aber Schweigen hilft niemandem. Wir müssen hinschauen, zuhören und handeln.
„Stell dich nicht so an.“ ist sowas von 2000er. Respekt und Achtsamkeit sind die Werte von heute.